Australische Impressionen

17. November 2007

Inzwischen sind die Eindruecke so zahlreich, dass ich schon etwas durcheinander komme. Einiges wiederholt sich, einiges wird schon gewohnt.Womit also anfangen?

VERKEHR

-natuerlich Linksverkehr, kein Problem.-unzaehlige Roundabouts, besonders in den Staedten, gut geloest, der Verkehr fliesst.

- Fussgaenger sollten sich in Acht nehmen, gehalten wird nur selten.

-Ueblicherweise sitzen die Maenner am Steuer, es sei denn, die Frauen sind allein.

LANDSCHAFT:

-weites, riesiges Land, im Norden karg und wenig besiedelt. Riesige Farmen (1 MIllion Hektar) mit Rindvieh.

-Buschbraende, alles ist verkohlt und dann spriesst neues Gruen. Die Baeume und viele Straeucher ueberstehen die Braende.

-Zieht sich ein Gruenstreifen durch die Landschaft, weiss man, dort ist ein Fluss oder zumindest ein Flussbett, das ausgetrocknet ist.

- Blauer Himmel ohne Wolken, rote Erde. Grelles Licht, ohne Sonnenbrille geht garnichts.

-Im Osten: Ueppiges Gruen im tropischen Regenwald und schoene Farbtoene des Meeres. Dazu kommt das great barrier reef mit seiner farbenpraechtigen Unterwasserwelt.

  endlose lange leere Straende.

- Im Hinterland viele schoene gruene Taeler, erinnert sehr an Europa.

ABORIGINALS;

- Ein sehr trauriges Kapitel. die meisten sind arbeitslos, leben von der Sozialhilfe, die zweimal monatlich ausbezahlt wird. Viele trinken und langweilen sich, haben keine Perspektive.

Im Norden versucht man den Alkohlolkonsum durch Zugangsbeschraenkungen ein zu daemmen. Klappt aber nur bedingt. So bekommt man z.B. auf einem Campingplatz in der Bar nur dann ein Bier, wenn man einen Beleg  vorlegen kann.

Im Osten sieht man nur wenige Aboriginals. Haeufig leben sie in voellig abgelegenen Kommunen, deren einziger Laden dann auch noch von Weissen betrieben wird.

ENERGIE;

-Benzin ist relativ teuer, zwischen 1,23$ bis 2,1$ pro Liter, je nach Gegend.

Dennoch ist das Bewusstsein der Aussies fuers Sparen noch recht unterentwickelt. Die Autos laufen immer weiter, auch im Stehen.

-Solarzellen sieht man , aber viel zu selten.

- Windkraftanlagen (Enercon) haben wir bisher nur einmal in den Tablelands bei Cairns gesehen.

-Wassersparen wird ueberall angemahnt, bei Toiletten gibt es fast immer Spartasten.

Klimabewusstsein aeussert sich im Tragen von Hueten.

DIE AUSTRALIER;

-In der Regel sind sie sehr freundlich und relaxt. Sie scheinen sehr kinderfreundlich zu sein, drei Kinder sind keine Seltenheit. Im Umgang mit ihnen sind sie sehr unaufgeregt.

-australische Maenner: Sie tragen Boots, Socken, kurze Hosen, T-shirts oder Hemden und HUT.

Viele sind sehr kraeftig und Tatoos zieren ihre Koerper. Sie grillen gerne, essen viel Fleisch und trinken gern Bier, begeistern sich fuer Rugby und fischen gern.

- australische Frauen: Sie bevorzugen enganliegende Kleidung, egal wie unschlank sie sind. Tatoos sind bei ihnen ebenfalls sehr beliebt.

Insgesamt sind die Australier sehr mobil, auch im Alter. Entweder mit dem eigenen Campervan oder mit organisierten Touren.

We are livingin a box

8. Oktober 2007

Heute will ich Euch mal unser rolling home beschreiben.

Insgesamt ist das Auto, ein bushcamper, ueber 5m lang.Die Haelfte davon sind jedoch Motorraum und Fahrerkabine. Dahinter befinden sich ca 3 Kubikmeter Raum. Dies ist unser Schlaf-, Wohn-, Kuechenraum. Also zuerst einmal, von Wohnen kann nicht die Rede sein, da wir immer draussen sitzen. Im Auto hinten befindet sich zwar eine Sitzbank, auf der liegen jedoch unsere Koffer.Gegenueber ist die “Kuechenzeile”, d.h. ein Kuehlschrank, der besonders nachts zur akustischen Hoechstform auflaeuft, eine Spuele mit einem Pumpmechanismus,der jedes Fitnessstudio ueberfluessig macht und dann noch ein paar Unterschraenke mit einem etwas maroden Schliessmechanismus.Als geeignete Tuerbremse hat sich der 10 l Wasserkannister erwiesen. Der Stauraum unter der Sitzbank ist gefuellt mit Werkzeug,Plane,Spaten, Motoroel, Kabel, Wasserschlauch und was man sonst noch so braucht.
Immerhin, durch das Hochdach kann man im Auto aufrecht stehen, sofern man die 1,8 m nicht ueberschreitet. Wer den Spruch gepraegt hat: “Platz ist in der kleinsten Huette”, hat wahrscheinlich den bushcamper gemeint.
Dies ist keine Klage(!) sondern nur eine Beschreibung. Da es hoechst selten regnet, bisher einmal, koennen wir immer draussen sitzen und kochen und benoetigen den Raum nur zum Schlafen. Es bedeutet schon eine grosse Freiheit, alles dabei zu haben, sich selbst ueberall, auch in den entlegensten Winkeln versorgen zu koennen.Morgens wird einfach alles schnell zusammen gepackt und auf gehts zu neuen Zielen.
“Is it comfortable?” werden wir haeufig dezent gefragt. Nein, das ist es nicht, aber sehr zweckmaessig. Der Komfort kommt dann wieder zu hause. Inzwischen haben wir mehr als 10 000 km in der Box zurueckgelegt und fuehlen uns immer noch der Herausforderung gewachsen in der Box weiter zu fahren.

Ein Tag im Outback

10. September 2007

Morgens gegen 5.30 Uhr beginnt die Daemmerung und schon beginnt Peter, zu hause die schnarchnase, sich zu regen und mit dwen Worten: Irmi aufstehen , beginnt der Tag. Zuerst mal die Betten zusammenpacken, d.h. oben die Bretter und die Matratzen schichten, unten die Liegeflaeche zusammenschieben. mittlerweile sind wir so geschickt, dass alles in 5 Minuten erledigt ist. (Anfangs haben wir noch versucht, beide oben zu schlafen, was aber nahezu unueberwindliche Verwringungskuenste zum Einstieg erforderte und nur wenig erholsamen Achlaf wegen der Enge zuliess.) Nun zur Morgentoilette. Auch die entlegensten Campingplaetze sind mit normalerweise anstaendigen Toiletten ausgestattet, anders sieht es schon mit Wasser aus. Da gibt es folgende Varianten:

a) gar kein Wasser: bedeutet, wenig waschen am Pumphahn im Auto.

b) es gibt einen Wasserhahn: Morgentoilette mit Eimer, schon besser.

c) ein wasserfuehrender Fluss: hinein und gebadet.

d) es gibt eine Dusche: kalt, gut, heiss, LUXUS!

Mittlerweile summt der Wasserkessel, an kalten Tagen dauert es etwas laenger und das opulente Tuetenfruehstueck beginnt. Weiches weisses Toastbrot in der Tuete, Aufschnitt in einer anderen Tuete, german wurst fuer Peter und geschmacklosen Cheddar fuer Irmi. Dazu eine gute Tasse Nescafe, hm lecker. Dazu gibt es noch Muesli, aus der Tuete, Milch aus der T… usw. Und das alles auf einem Tischen von nicht mal einem halben Quadratmeter.

Danach wird eingepackt. Jeder Handgriff sitzt. Stuehle und Tisch zusammen, alles verstauen und los gehts. (Wer schon mal auf einem Boot gesegelt ist, kann sich das ewige Raumen vorstellen!)

Es geht schon auf 7 Uhr. Sind alle Fenster und Klappen dicht, alle Tueren gut verschlossen, der Kuehlschrank mit einem Handtuch gegen das Klappern versehen, das Gas verstaut? Die Piste ruft, d.h. Steine , Loecher, Waschbrettfahrten ( eines der ersten neuen Woerter , die ich gelernt habe und erfahren war    corrugatet  ), Flussdurchfahrten, viele sind ausgetrocknet. Ist die Strecke nicht sooo schlecht, schaffen wir auch mehr als dreissig Kilometer in der Stunde. Der Rekord lag bei 12 km die Stunde, da ging aber wirklich nur noch wenig.Meistens sind infolgedessen die Fahrtzeiten laenger als gedacht. Aber viele lohnenede Ziele befinden sich nun mal am Ende von schlechten Strassen. Auf den Highways gehts natuerlich besser und schneller, aber die sind nicht unbedingt schoener, mal ganz abgesehen davon, dass dort rechts und links viele ueberfahrene Kaenguruhs liegen.

Bei einem Ziel angekommen, werden die Wanderschuhe herausgeholt, auch wenn viel Einheimische die Strecken mit Flip-Flops laufen und die Besichtigungstour beginnt. Hin und wieder gibt es auch eine Bademoeglichkeit, da wo die Krokos nicht hinkommen. Fotos schiessen und ab zur naechsten Camsite. Tisch und Stuehle raus, Kaffee kochen, Essen vorbereiten um 5.30 p.m. wird es schon wieder dunkel. Spaetestens um 20 Uhr liegen wir im Bett und traeumen vom naechsten Tag.

Schön grün in Old Germany

20. Juli 2007

Im Garten

So sehen wir vor  Reisebeginn aus !!! 

Paulchen

Paulchen wie er leibt und lebt!